Im Jahr 1945 bot eine typische Straße in Berlin ein Bild, das sich tief in das kollektive Gedächtnis Europas eingebrannt hat. Wo einst Straßenbahnen ratterten, Schaufenster glänzten und Cafés gefüllt waren, lagen nun Schuttberge, ausgebrannte Fassaden und zerborstene Fensterrahmen. Die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs hatten die deutsche Hauptstadt in eine Trümmerlandschaft verwandelt.

Bereits seit 1943 war Berlin Ziel intensiver alliierter Luftangriffe. Industrieanlagen, Bahnhöfe und Verwaltungsgebäude galten als strategische Ziele – doch die Bombardierungen trafen auch dicht bewohnte Wohnviertel. Nacht für Nacht heulten die Sirenen, Menschen drängten in Luftschutzkeller, während über ihnen ganze Straßenzüge in Flammen aufgingen. Bis Anfang 1945 waren große Teile der Innenstadt schwer beschädigt oder vollständig zerstört.
Als im April 1945 die Schlacht um Berlin begann, verschärfte sich die Lage dramatisch. Artilleriebeschuss, Häuserkämpfe und gesprengte Brücken hinterließen zusätzliche Verwüstung. Eine Berliner Straße war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr nur Verkehrsweg, sondern Frontlinie. Barrikaden aus Straßenbahnen, Pflastersteinen und Möbeln versperrten den Weg. Fensterscheiben waren längst zersplittert, Mauern von Einschlägen gezeichnet.




